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64'er

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Test: Brother EP 44 Die Brother EP 44 ist nicht nur ein Drucker, sondern auch eine voll portable Schreibmaschine. Sie wird über eine RS232-Schnittstelle angesprochen. {Bild EP 44.jpg} Die Schreibmaschine ist sehr klein (55 mm X 330 x 262 mm) und paßt mit Sicherheit in jeden Aktenkoffer. Mit ihren 2,6 kg (einschließlich Batterien) fällt sie kaum ins Gewicht. Die Schreibmaschine hat einen Textspeicher für über 3 700 Zeichen. Dort können ganze Briefe abgelegt werden, die auch nach Ausschalten des Gerätes oder bei Batteriewechsel erhalten bleiben. Die EP 44 ist zwar auch für Netzbetrieb vorgesehen, doch fehlt das Netzgerät in der Grundausstattung. Der Textspeicher kann auch nachträglich über das 15stellige LCD-Display bearbeitet werden. Zu den Editiermöglichkeiten gehören Löschen, Einfügen, Ergänzen und Korrigieren. Die Schreibmaschine selbst läßt kaum Wünsche offen. Doch inwieweit läßt sich die Brother EP 44 mit einem Computer wie dem C 64 ansteuern? Der Thermodrucker besitzt dazu eine integrierte RS232-Schnittstelle. Über eine spezielle Datenleitung von Brother (CA50-CMD ll) kann die EP 44 direkt an den User-Port des VC 20 oder C 64 angeschlossen werden. Über die Geräte- und Sekundäradresse 2 können nun Buchstaben, Zahlen, sowie Satz- und Rechenzeichen gedruckt werden. Grafikzeichen oder Commodore-Sonderzeichen werden ignoriert oder falsch interpretiert. Die Schreibmaschine ist deshalb nicht zum Ausdruck von Listings oder Hardcopies geeignet. Sie findet ihre Verwendung ausschließlich in der Textverarbeitung, zumal der Zeichensatz die deutschen Umlaute beinhaltet und das Schriftbild beim Druck mit Thermopapier dem einer Typenradschreibmaschine sehr nahe kommt (Bild 1). Das Schriftbild mit Plastik-Carbon-Band auf normalem Papier ist nicht ganz so gut. {Bild 1 Zeichensatz EP 44.jpg} Schwierigkeiten traten in der Verträglichkeit zu Textverarbeitungs-Programmen auf. Das Textverarbeitungsprogramm Vizawrite ist nicht für einen RS232-Drucker vorgesehen. Wordpro 3+ akzeptiert nicht die Geräteadresse 2. Auch mit dem Programm SM-Text treten ähnliche Probleme auf. Mit Textomat-Versionen, die nach 1983 auf den Markt kamen, soll laut Firmenauskunft das Interface zusammenarbeiten. Easyscript, die große Ausnahme: Nur Easyscript konnte an die EP 44 angepaßt werden. Alle anderen Textprogramme konnten hingegen auch nach längerem »Herumtüfteln« nicht in Verbindung mit der EP 44 verwendet werden. Wichtig ist, wie der Druckerkanal eröffnet wird: OPEN 1,2,2, CHR$(6)+CHR$(1) Nur nach diesem OPEN-Befehl werden Texte einwandfrei ausgedruckt. Über die RS232-Leitung akzeptiert die EP 44 nur 7 Steuercodes wie: BS (Backspace) HT (Horizontal Tabulation) LF (Line Feed) CR (Carriage Return) Wenn man schon eine programmierbare Schreibmaschine mit Textspeicher besitzt, stellt sich natürlich die Frage, ob die Programmierung auch über den Computer erfolgen kann, oder ob die gespeicherten Texte mit Hilfe des C 64/ VC 20 auf Diskette oder Kassette gespeichert werden können. Leider ist das Interfacekabel hierfür nicht vorgesehen. Auf besondere Bestellung können Sie aber von Brother ein bidirektionales Interface erhalten. Der Textspeicher kann nur über die eigene Schreibmaschinentastatur bearbeitet werden. Es ist dann möglich, den in der Schreibmaschine gespeicherte Text in den C 64 zu holen. An die Brother EP 44 läßt sich direkt ein Modem anschließen. Kombiniert man sie mit einem batteriebetriebenen Akustikkoppler, so wird aus der Brother ein portables Datenterminal, mit dem man sogar aus Telefonzellen in Datenbanken oder Mailboxen herumstöbern kann. Die Brother EP 44 ist eine wirklich gute elektrische Thermo-Matrix-Schreibmaschine mit hervorragendem Schriftbild. Wegen ihrer Größe und Gewicht eignet sie sich vor allem für kleine Arbeiten unterwegs (im Flugzeug oder Zug). Auch als Datenterminal findet die EP 44 eine gute Anwendung. Bemerkenswert ist der große Zeichensatz, der alle europäischen Sonderzeichen beinhaltet. Als Drucker für den C 64 und VC 20 eignet sich die EP 44 nur bedingt. Für alle, die eine portable Schreibmaschine brauchen und nur ab und zu etwas über den Computer ausdrucken lassen wollen, ist die EP 44 absolut empfehlenswert. (Christian Q. Spitzner/hm) Info: Brother. im Rosengarten 14, Postfach l32O, 6368 Bad V?lbel, Preis 799 Mark, Druckerkabel 149, --, Netzadapter 39. {Bild Tabelle Marktübersicht Drucker.jpg} Mit dieser Marktübersicht zeigen wir Ihnen, welche Thermo- und Tintenstrahldrucker und welche Plotter es für einen Heimcomputer wie den C 64 gibt. In der Übersicht haben wir Drucker, die deutlich über 2000 Mark kosten, nicht berücksichtigt. Denn Geräte, die diese Preisgrenze überschreiten, sind für den Anschluß an den C 64 Wenig sinnvoll, kosten sie doch fast schon viermal soviel wie der Computer selbst. Die Marktübersicht beruht auf Herstellerangaben und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Außerdem sollen alle genannten Drucker an den C 64 anschließbar sein. Wenn nötig, über ein passendes Interface. Die Vorteile der hier aufgeführten Drucker: Thermodrucker Diese Geräte gehören in der Regel zu den billigeren Druckern. Brauchen aber teures Spezialpapier oder extra Plastik-Carbon-Band, wenn mit normalem Papier geschrieben werden soll. Tintenstrahldrucker Wollen Sie einen leisen Drucker mit den Fähigkeiten eines Nadel-Matrixdruckers, sind diese Drucker die richtigen. Zum Druck brauchen Sie spezielle Tinte und saugfähiges Papier. Plotter Plotter sind im Prinzip keine Drucker. Vielmehr: Sie haben damit fast nichts gemeinsam. Zwar können Plotter Buchstaben schreiben, aber diese Funktion dient in der Regel nur der Beschriftung von Grafiken. Die Stärke der Plotter liegt beim Zeichnen von Grafiken, die aus Linien bestehen. Eine Linien-Grafik darf nicht mit einer Hardcopy verwechselt werden. Beim Druck von Hardcopies bleibt nämlich ein Matrixdrucker ungeschlagen. Ein Merkmal haben alle hier vorgestellten Drucker gemeinsam: Während der Arbeit sind sie fast nicht zu hören und haben schon deshalb verschiedenste Einsatzberechtigungen. Haben Sie zu Hause kleine Kinder, die schlafen sollen, während Sie Ihrem Computerhobby nachgehen? Dann wäre ein »Tintenspritzer« ein geeigneter Ersatz für einen eventuell ins Auge gefaßten Typenrad- oder Nadeldrucker.(hm)


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