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8-Bit-Forum

"Entladen von Monitoren" von ogge
(10.11.2003, 18:32)

(Dieser Artikel wurde 2367 mal aufgerufen)

Bezugsnachricht: Re: Problem mit Monitor 1084S (ItsMe)

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Hallo!

Ich verlasse mich eigentlich nicht darauf, dass sich etwas von alleine "irgendwo hin" entlädt. Es gibt einfach keinen pauschalen Zeitraum, nachdem alles wirklich sicher entladen ist - ein Monitor ist nach 10 Sekunden ´ungefährlich´, ein anderer hat die Netzteilko´s aufgrund eines defekten Schalttransistors noch tagelang geladen (bei defekten Monitoren steckt man da ja nicht drin).

Zuerst messe ich auf den Schaltnetzteilkondensatoren (die großen Elkos dicht am Netzanschluss) die Spannung. Wenn die weniger als 12 Volt drauf haben, ist das schonmal soweit OK. Falls die nicht entladen sind, bitte nicht kurzschließen, sondern über einen Widerstand kontrolliert entladen. Ich nehme dafür einen 10k (IMHO) "Zementbunkerwiderstand", den ich mir dazu gut isoliert in eine Tic-Tac-Dose eingebaut habe. 5 Watt sollte der schon sicherheitshalber haben. 4mm Buchsen sind praktisch, dann kann man normale Messleitungen anschließen. Auf alle Fälle nochmals (idealerweise während des Entladevorganges) die Spannung kontrollieren!

Auf der Sekundärseite des Netzteils (´hinter´ dem Schaltnetzteilübertrager) befinden sich nicht nur 5V und 12V, sondern auch Spannungen zum Betrieb der Zeilenendstufe, die auch schnell über 30 Volt liegen und einen damit auch schonmal zusammenzucken lassen. Sollte man auf der Sekundärseite noch Elkos mit größerer Spannungsfestigkeit finden, dann gelten auch hier die oben genannten Tipps.

Dann ist die Bildröhre dran, das ist eine etwas heikle Sache. Die Bildröhre kann die Spannungen von bis zu 27kV doch recht lange halten. Zum Entladen nimmt man sich mehrere Widerstände in Reihe (wegen der Spannungsfestigkeit) mit einem Gesamtwiderstand von ca. 5-20 MOhm. Weniger sollte es nicht sein, da wurden schon Geschichten von defekten Bausteinen auf Monitorplatinen durch brachiale Entlademethoden la "Krokoklemme an Schraubenzieher" erzählt... Abstand halten ist hier alles, theoretisch könnte ein Funken des Hochspannungsteils 3-5 cm überspringen. Praktisch klemmt man jetzt ein Ende des Entladewiderstandes an die "Bebänderung" der Bildröhrenrückseite. Das andere Ende lötet man an eine Spitze (ähnlich Multimetermessleitungen). Die wiederum befestigt man an einem langen, gut isolierenden Stab. So kann man recht gefahrlos hinter dem Bildröhrenpümpel an den Kontakt zur Anode kommen (dahinterschieben), um die Röhre zu entladen. Mindestens eine Minute angeschlossen lassen.

Trotzdem kann es natürlich nicht schaden, die Platine als reine Vorsichtsmaßnahme so zu behandeln, als wenn sie noch geladen wäre. Hat man nicht das erforderliche Fachwissen, um die oben genannten Ratschläge nachvollziehen zu können: Ganz ehrlich, einfach den Monitor zugeschraubt lassen und Finger weg, alles andere ist zu gefährlich. Viele alteingesessenen Radio/Fernseh-Fritzen reparieren einem auch gerne einen alten Computermonitor, allerdings dürfte sich das für einen 1084 nicht lohnen.

Alle Tipps ohne jede Garantie oder Gewährleistung! Die Spannungen in einem Monitor können ohne weiteres tödlich sein, im Zweifelsfall bitte einfach die Finger rauslassen.

Viel Erfolg und bis denn!
Alexander

P.s: Dass Bildröhren gewaltig implodieren können ist eigentlich allgemein bekannt. Ich habs selbst erlebt; das war eine 14" S/W-Röhre aus einem Terminal. Die Glassplitter steckten teilweise in der Wand...


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