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8-Bit-Forum

"Re: Clones" von Max
(21.8.2005, 14:15)

(Dieser Artikel wurde 2719 mal aufgerufen)

Bezugsnachricht: Re: Clones (Sothius)

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Hi Sothius,

> Hmm, ich erinnere mich andererseits an dieses Heckmeck mit den Mac-Clones von Gravis, UMAX etc. (ok, ist OT...), die nur die Original Mac-ROMs verwenden durften.

Auweh... das war aber auch fast 20 Jahre später. Daß Binärdaten in ROM-Bausteinen schützbar sind, hat z.B. IBM ja schon Mitte der 80er durchgezogen. Bei den Mac-Clones sah es wohl so aus, daß die Hersteller entweder das Originalrom verwenden mußten oder keine Lizenz bekamen. Ob die Hardware des Mac irgendwie geschützt war, weiß ich nicht. Mac-Emulator-Karten gab es ja auch- aber Du brauchtest zwingend einen Mac, weil es die Betriebssystemlizenz nicht einzeln gab. Und das Mac-OS war so erfolgreich, daß es keien ALternativen gab... die Mac-Hardware allein macht es nicht (die ist sogar relativ langweilig)

> Das hiesse übertragen auf CBM, dass man den Kernal vielleicht hätte nachbauen dürfen, aber das BASIC (als Softwareprodukt) nicht. Ich meine mich zu erinnern, dass Du auch mal etwas über Microsoft/ Commodore-Verträge und das CBM BASIC geposted hast.

Das betraf aber nur das Binnenverhältnis CBM - MS. CBM-Kernals und Basic sind genauso geschützt gewesen wie alle andere Software auch. Beim 1541-Clone-Laufwerk asiatischer Produktion, das hierzulande u.a. als Rex-Drive verkauft wurde, hat man dasdann dadurch zu umgehen versucht, daß man zwei Datenleitungen des ROMs vertauscht hat. damit bekommt man in einem normalen ROM-Leser einen abweichenden Inhalt, aus Prozessorsicht war es aber das originale 1541-ROM. Später gab es die Kiste dann mit eingebautem Floppyspeeder- und Commodore hatte ein Problem: Den Verkauf fertiger Floppyspeeder-Roms hatten sie nämlich immer geduldet, obwohl da ein Großteil 1541-Code drin steckt. Das Laufwerk war legal, das Speeder-ROM war legal... da konnte die Summe nicht plötzlich illegal sein ;o))

(heppala- noch ein Commodore-Clone, diesmal der 1541. die weiteren ´Laufwerke von Drittherstellern´ wie MSD und CMD zähle ich mal nicht mtr, die waren wenigstens in Teilen eine deutliche Erweiterung der 1541)

> Weitergesponnen: vielleicht hätten die Clones dann ein "fast kompatibles" "FreeBASIC" (oder sowas) gehabt.

Eher nicht. Die Apple-II-Clones sind ja um 1983 auch vom Markt verschwunden. Nur bei den (OT) IBM-Clones gab es dann die ´Reinraum-BIOSse´ a la Phoenix. Die hatten allerdings den Vorteil, daß sie mehr Platz belegen konnten- das typische IBM-Clone-Bios besteht im eigentlichen BIOS-Bereich meist aus Leerbytes mit eingesprenkelten Sprungbefehlen in den eigentlichen BIOS-Code an den Stellen, die handelsübliche Software sie erwartet. Bis hin zu der Meldung ´this is not Copyright IBM but some software needs this message´ sodaß Software, die ein Original-BIOS wünscht, den Copyright-Vererk vorfindet ;o)

> Vielleicht liegt die Wahrheit auch irgendwo dazwischen: entweder, es war rechtlich nicht möglich, die Spezialchips wie VIC, SID, TED, BASIC und Kernal mit Reverse Engineering nachzubauen, oder der Aufwand etwas halbwegs kompatibles hinzubekommen (und zu pflegen) wäre zu gross gewesen...

Beides... zumindest SID und TED standen bis vor kurzem unterv Patentschutz! Aber wer wollte damals auch einen TED nachbauen. Als Konkurrent zum ZX81 und Spectrum, mit 16K und für 50 Dollar wäre es ein riesiger Erfolg gewesen. Aber als 299-Dollar-Bolide mit einer Software, deren Fehlerquote jede Windows-Version um eine Zehnerpotenz übertrifft, mit Fähigkeiten unterhalb des gleich teuren C64, der (plus/4) ausgerechnet für Einsteiger die Anschaffung inkompatibler Hardware bedeutete... never! Das die Kiste sich im unteren Preissegment glänzend behauptet hätte, hat ja der Boom nach dem Abverkauf der Lagerbestände gezeigt. Nur war das zwei, drei Jahre zu spät... (merkt man, daß ich gerade das Bil-n-Dave-Video gesehen habe?)

> Aber ich hätte sowieso nur das Original gekauft - CBM ist tot, es lebe CBM! <schnief>

Irgendwann sollte das C64 DTV-2 ja mal fertig werden... wobei man da sagen muß, daß es sich mit heutigen Tools, 20 Jahren Erfahrung mit der C64-Hardware, Nutzung der Patente sowie ein paar Gesprächen mit ex-Commodore-Ingenieuren deutlich leichter reverse-engineeren läßt als wenn man nur die Kiste as-is vor der Nase stehen hat. Und selbst das DTV sowie der NTSC-Core für den C-One sind nihct fehlerfrei... was Anfang/Mitte der 90er möglich war, zeigt die zweifelhafte Qualität der NES-Clones (die immerhin schon auf zehn Jahre Erfahrung mit dem Original zurückgreifen konnten)

Für einen hypothetischen C64-Clone Mitte der 80er sehe ich da ziemlich dunkelgrau, was allein die mögliche Kompatibilität angeht. Der wäre alsbald völlig auf die Nase geflogen...

Sinnigerweise, um noch eine Clone-Ecke draufzusetzen: Das Atari VCS war offenschtlich so gut dokumentiert und die Technik kein bißchen geschützt (Atari hat es ja gegen Coleco mal versucht) daß die Clones und Zusatzmodule für andere Rechner durchaus befriedigende Qualität hatten. Die Kiste war aber wiederum nihct leistungsfähig genug und nach dem Videogame-Crash 1983 nahezu unverkäuflich...


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