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8-Bit-Forum

"Re: Palladium Video Computer Game" von Max
(4.9.2006, 02:01)

(Dieser Artikel wurde 2915 mal aufgerufen)

Bezugsnachricht: Re: Palladium Video Computer Game (Telespielator)

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Telespielator schrieb am 24.8.2006, 20:44:

> Und noch was: Wo bekomme ich weitere Infos zu dieser netten Konsole? Google hat bisher nicht viel ausspucken wollen...!
>

Was willst denn wissen? *g*

Wenn es Dich wirklich interessiert: Die arcadia2001consoles Y!group und James Jacobs´ EA2001-Info-Seite sind Deine Freunde. Kurz gefaßt haben wir es mit dem Nachfolger des Interton VC4000 zu tun, der es von der Technik her durchaus mit Homecomputern a la ZX Spectrum hätte aufnehmen können. Leider war Philips zum einen überhaupt sehr zögerlich und hat zum anderen schließlich auf das G7000 gesetzt. Interton hat die Konsole qua Konkurs nicht mehr selbst vermarktet, die Geräte sind aber als Palladium VCG, Polybrain und Mr. Altus auf den Markt gekommen.

Philips hat bis zu diesem Zeitpunkt nicht nur die Chips (über ihre Tochterfirma Signetics), sondern auch Entwicklungssysteme und fertige Spiele geliefert. Pi mal Daumen Anfang 1983 haben sie diese Art des aktiven Vertriebs dann an eine Firma ´UAL´ in Hong Kong abgegeben. Die haben ein gefälligeres Gehäuse gebastelt und das System wie Sauerbier an Firmen wie Schmid (TVG 2001), Hanimex (2650), noch drei Dutzend weitere und schließlich Emerson (Arcadia 2001) sowie Bandai lizensiert. Diese ´Hersteller´ brauchten also nur noch ihre Firmenplakette aufzukleben und hatten ein eigenes Produkt.

Eine gewisse Berühmtheit hat vor allem die nordamerikanische Variante von Emerson erreicht- zum einen, weil das eine der Traditionsmarken für Fernseher war (allerdings haben die zu dem Zeitpunkt schon längst nicht mehr selbst entwickelt, sondern Billigware aus Fernost mit ihrem Label versehen und auf den Markt geworfen...) und zum anderen, weil die Konsole bei ihrer Markteinführung in USA Ende 1983 schon hoffnungslos veraltet war. Da half weder das Intellivision-ähnliche Styling der Controller noch der Marketing-Trick, mit Programmgrößen ´bis zu 28 Kilobytes´ zu werben. Das war zwar tatsächlich die maximal mögliche Kassettengröße- man stellte es aber so dar als sei das die Größe des internen RAM-Speichers, gerade so als würden die Programme vom Modul in einen internen Speicher umkopiert... in Wirklichkeit hat das Ding gerade mal 512 Bytes(!) RAM, die fast alle für den Bildschirmaufbau gebraucht werden, und die Programme hatten durchweg nur 4 oder 6 K. Einzig das Video-Lexikon fürs VCG brachte es auf 12 K. Aber das lief auf dem Emerson-Gerät nicht, weil die Kiste weniger Tasten hatte.

Wir haben also eine frühe Form von virtuellem Speicher, wenn man so will. Und funktioniert hat der Trick auch nicht, denn für ´28K´ waren die Spiele einfach grottenschlecht. Nicht einmal mit Spectrum-16K-Spielen konnten sie mithalten. Die ganz späten Module von Bandai kitzeln zwar beachtliches aus der Hardware- aber da war´s -wieder einmal- schon zu spät.


Wer sich ein wenig mit Konsolen-Interna auskennt wird bemerken, daß Philips mit dem G7000 auf einen Chipsatz des Konkurrenten Intel gesetzt hat, während die Technik aus eigenem Hause ein Nischendasein führte: anfangs ließ man Geräte von Drittfirmen wie Interton et al. herstellen und vermarkten, schließlich gab man auch die Softwareentwicklung ab. Man fragt sich unwillkürlich: warum? Hätte es nicht mehr Sinn gemacht, auf ´eigene´ Produkte zu setzen? Oder andersherum betrachtet: Wer hat wann auf wessen veranlassung hin den Videochip des VC4000 entwickelt- sind die Ähnlichkeiten zum G7000-Chip vielleicht doch nicht sooo zufällig? Was ist wirklich dran an der Behauptung, das VC4000 sei das erste und einzige Videospiel aus rein deutscher Entwicklung- welche Rolle spielt zum Beispiel die Signetics-Muttergesellschaft und Philips-Tocher Valvo in Hamburg? Und warum hat man schließlich das in die Jahre gekommene G7000 behalten und den viel leistungsfähigeren VCG-Chipsatz in die Billig-Geräte-aus-Fernost-Ecke abgeschoben?




Ich denke, das dürfte erstmal reichen zum Nachforschen :o))))


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